Foto: Schlösschen im Kurpark
Schlösschen im Kurpark

Ein königlich-preußisches Heilbad

Schon seit Ende des 18. Jahrhunderts werden in Bad Nenndorf beachtliche Heilerfolge erzielt, deren Wirksamkeit und Regenerationskraft auf höchstem medizinisch-therapeutischen Niveau stehen. Als Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel hier ein Badehaus errichten ließ, gehörte Nenndorf, das damals noch nicht den Titel „Bad“ trug, zu den großen Heilbädern des Landes. Vor allem die Moor-, Sole- und Schwefelbäder sorgten für den hohen Bekanntheitsgrad. 1803 wurde der Landgraf zum Kurfürsten erhoben und ließ sich eine standesgemäße Residenz, das klassizistische Schlösschen, errichten. Hier wohnte auch Jérôme Bonaparte, jüngster Bruder Napoleons I. und damaliger König von Westphalen, der sein Rheumaleiden in Bad Nenndorf behandeln ließ. Neben dem Schlösschen aus dem Jahre 1806 sind weitere Logierhäuser jener Epoche erhalten geblieben. Dazu zählen das Landgrafenhaus an der Kurpromenade sowie das Haus Kassel, das die Touristeninformation und den neuen Trinkbrunnen beherbergt.
1866 wurde Nenndorf königlich-preußisches Heilbad und erlebte damit seine zweite wichtige Entwicklungsphase. Beeindruckendes Zeugnis dieser Zeit ist das Große Badehaus von 1905/06 am Rande des Kurparks. Das heutige Niedersächsische Staatsbad Nenndorf weist eine der stärksten Schwefelquellen Europas auf! Wohltuende Bäder in den natürlichen Heilmitteln sorgen für Entspannung von Körper und Seele. So verspricht die Landgrafen-Therme mit ihrem zweiprozentigen Thermalsolewasser, dem 33 Grad warmen Außen- und dem illuminierten Innenbecken sowie der großen Saunalandschaft einen Wellness-Tag, der nichts vermissen lässt. Hier entspannen Sie im türkischen Hamam oder in der Meersalzlounge, tanken Kraft und Energie bei einem orientalischen Pflegezeremoniell.


Erholung – naturnah und stilvoll

Seit über 200 Jahren begeistert das Zusammenspiel von lieblicher Gartenkunst, urwüchsiger Natur und edler Architektur die Gäste in Bad Nenndorf. Kulturfreunde, Erholungssuchende und Aktivurlauber finden hier ihr Paradies. 35 Kilometer westlich der Landeshauptstadt Hannover bildet die Stadt einen stilvollen Rahmen für moderne Dienstleister rund um Gesundheit und Wellness, die das Renommee des Kurorts seit vielen Jahren prägen.


Quelle der ewigen Blumen

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Krater, nur wenige Minuten vom Ortskern entfernt. Dieser Ringwall aus sechs Meter hohen Felswänden entstand aus Kalk, der seit Jahrtausenden von der Bantorfer Höhe des Deisters durch Regenwasser unterirdisch angeschwemmt wird. Weil dieser Kalk im Laufe der Zeit den Quellweg verstopfte, suchte sich das Wasser einen neuen Austritt. So bildete sich 25 Meter östlich des alten Kraters die jetzige Kraterquelle, die rund 173.000 Liter Wasser pro Tag ausschüttet! Von vielen Besuchern werden Blumen in der Quelle versenkt, die hier für lange Zeit ihre frischen Farben behalten – konserviert durch kalkiges Quellwasser, das frei von Sauerstoff und Schwefelwasserstoff ist.


Veranstaltungen rund ums Jahr

März: Ausstellung „Gartenträume“ mit Moorwannenrennen
Letztes Augustwochenende: Gourmet- und Lichterfest
Oktober: Bauernmarkt
Dezember: 3. Advent, Donnerstag bis Sonntag: Weihnachtsmarkt

Ein Garten als Kulturdenkmal

Der 35 Hektar große Bad Nenndorfer Kurpark am Fuße des Galenbergs besitzt als historischer Garten den Status eines Kulturdenkmals. 1790 legte der „Hochfürstlich-Hessen-Casselsche Hofgärtner“ Georg Wilhelm Homburg den Park im Stile eines englischen Landschaftsgartens an. Gepflanzt wurden 203 Gehölzarten, 33 verschiedene Rosen und 37 Straucharten. Vieles davon lässt sich noch heute bewundern. Das gilt auch für die Erweiterungen, die 100 Jahre später durch den preußischen Brunnengärtner Carl Thon erfolgten. Er verwirklichte den Sonnengarten samt Brunnentempel im italienischen Stil und legte die geheimnisvolle Süntelbuchenallee an, die größte ihrer Art in Deutschland. Bei diesen Bäumen handelt es sich um eine selten gewordene Form der Rotbuche mit sogenanntem Zick-Zack-Wuchs. Wer sich hier auf Entdeckertour begibt, wird vom bizarren Licht- und Schattenspiel der urig gewachsenen Stämme gebannt. Und seit Generationen ist dieser magische Platz ein Kletterparadies für Kinder. Der findige Brunnengärtner Thon war es auch, der den Kurpark über die Kugelahornallee und die Teiche am Erlengrund mit den Wäldern des Deisters verband, sodass Spaziergänger und Wanderer auf ungewöhnlich abwechslungsreichen Wegen – zwischen Gartenkunst und Wildnis – unterwegs sind.


Foto: Historischer Kurpark
Historischer Kurpark

Aus dem Sattel aufs Parkett

Radfahren und Wandern durch den Deister, das Schaumburger Land oder zum Steinhuder Meer sind weitere beliebte Aktivitäten zu jeder Jahreszeit. Musikalisch und schwungvoll vergnügen sich Gäste und Einheimische mehrmals die Woche auf dem Tanzparkett – wie in der Wandelhalle des Kurparks, im Parkhotel Deutsches Haus oder im Hotel Hannover. Zu den regelmäßigen Höhepunkten zählen die Stadtführungen, zum Beispiel in traditioneller Schaumburger Tracht oder mit botanischer sowie jagd- und forstkundlicher Thematik. Auch bei der Wanderung „Mit dem Förster durch den Deisterwald“ wird Naturkunde auf lebensnahe Art vermittelt. Konzerte, Ausstellungen, Lesungen sowie Theatervorstellungen runden das abwechslungsreiche, ganzjährige Kulturprogramm ab.


Foto: Süntelbuchenallee
Süntelbuchenallee